Leben mit Multiplem Myelom

Interview mit Rolf Gloor, 76 Jahre

Das Multiple Myelom ist eine seltene, aber heimtückische Form von Blutkrebs, die oft ohne Warnsignale zuschlägt und häufig rezidive oder refraktäre Verläufe verursacht. Die moderne Medizin bietet Betroffenen jedoch zunehmend Hoffnung. In diesem Interview berichtet der 76-jährige Rolf Gloor aus Richterswil, wie er nach einer Nierenspende unerwartet die Diagnose Multiple Myelom erhielt und seine letzte Behandlung sein Leben verändert hat. | Adeline Beijns

Lieber Rolf, erzählen Sie uns etwas über sich, Ihren Werdegang, Ihre Hobbys usw.

Ich bin Rolf Gloor, 76 Jahre alt, und lebe in der Nähe des Zürichsees. Ich bin verheiratet, habe einen 49-jährigen Sohn und liebe die Natur. Zu meinen Hobbys zählen Bergwandern, Skifahren, Computerarbeit und Gärtnern.

Welche Symptome traten vor Ihrer Diagnose auf, und wie haben Sie die Krankheit entdeckt?

Vor der Diagnose spürte ich keinerlei Symptome, ich war topfit. Im Jahr 2013 spendete ich einem Freund eine Niere und unterzog mich aus diesem Grund gründlichen Untersuchungen. Die Operation gelang, doch acht Wochen später rissen die Narben beim Skifahren auf. Analysen der austretenden Flüssigkeit und Bluttests ergaben schliesslich die Diagnose Multiples Myelom. Das war ein echter Schock für mich und das Team.

Wie lange dauerte es bis zur Diagnose und wie viele Untersuchungen waren dafür notwendig?

Die Diagnose wurde rasch nach der Komplikation anhand von Blutanalysen gestellt. Diese Zeit war emotional sehr turbulent: Ich fühlte mich hilflos, aber meine Familie war meine Stütze.

Wie fühlen Sie sich heute?

Heute läuft meine Behandlung gut; ich fühle mich schmerzfrei und vital. Meine Lebensqualität stieg enorm und ich wurde aktiver. Mein Alltag ist angepasst: Ich treibe weniger intensiven Sport, doch kürzlich wanderte ich neun Stunden.

Haben Sie durch diese schwierige Zeit neue Motivationsquellen oder einen neuen Sinn gefunden?

Absolut. Die Krankheit zwang mich zum Innehalten und schenkte mir neue Kraftquellen. Die Stille der Natur gibt mir Kraft, und Hilfsarbeit gibt mir Sinn.

Möchten Sie den Patienten und ihren Angehörigen noch etwas mitteilen?

An Betroffene und Angehörige: Sucht euch Gruppen wie meine monatliche Myelom-Selbsthilfegruppe. Der Austausch ist Gold wert!

Die unabhängige Meinung des Patienten wurde respektiert. Patientenerfahrungen können unterschiedlich sein.
Diese Broschüre wurde mit Unterstützung der Janssen-Cilag AG, a Johnson & Johnson company, Gubelstrasse 34, 6300 Zug, erstellt / CH_CP-540974_10.25

Loading