RSV: eine Herausforderung für Kleinkinder…und bei Senioren

Coralie und Tiago, 3 Jahre alt

Das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) trifft Kleinkinder besonders schwer und verursacht Atemwegsinfektionen wie Bronchiolitis, die sogar Krankenhausaufenthalte nach sich ziehen können. Coralie, Tiagos Mutter, erzählt uns mehr über die Symptome, die Auswirkungen auf Familien und die Wichtigkeit der Vorbeugung. | Adeline Beijns

Was waren die ersten Symptome, und wie hat diese Krankheit Ihren Alltag beeinflusst?

Tiago war kaum zwei Jahre alt, als die ersten Symptome begannen: drei Tage lang anhaltendes Fieber von 39 Grad Celsius, Atemnot, Appetitlosigkeit und starke Dehydrierung. Der Kinderarzt diagnostizierte zunächst eine Bronchiolitis, doch als das Fieber nicht sank, wurde mir der Ernst der Lage bewusst. Wir fuhren in die Notaufnahme, wo Bluttests eine RSV-Infektion nachwiesen. 

Diese schwere Zeit beeinträchtigte Tiagos Alltag erheblich. Er war apathisch und schwach und unsere Familie litt sehr. Meine Nächte verbrachte ich damit, seine Atmung zu überwachen, auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten und seinen Appetit anzuregen.

Wie verlief die medizinische Versorgung?

Die Behandlung in der Kindernotaufnahme verlief erfolgreich: Nachdem die Diagnose stand, wurde Tiago für einen Tag stationär aufgenommen und unter anderem mit Antibiotika behandelt. Obwohl wir hervorragende Unterstützung erhielten, bedauere ich, dass das RSV-Screening nicht schneller erfolgte, da eine frühzeitige Diagnose seine Genesung beschleunigt und sein Leiden gelindert hätte.

Welche Botschaft möchten Sie Familien mit auf den Weg geben?

Nehmen Sie die Symptome von RSV ernst, reagieren Sie schnell und geben Sie sich nicht mit der ersten Diagnose Bronchiolitis zufrieden. Eine korrekte Diagnose kann Ihren Kindern unnötiges Leid ersparen und der Familie viel Sorgen und Stress ersparen. 


Das Respiratorische Synzytialvirus (RSV), das häufig mit Kindern in Verbindung gebracht wird, stellt eine ernsthafte Bedrohung für ältere Menschen dar und kann schwere Atemwegskomplikationen verursachen. Die Geschichte der 80-jährigen Michèle zeigt, wie das Virus unerwartet zuschlagen und ein geordnetes Leben durcheinanderbringen kann. | Adeline Beijns

Vor zwei Jahren lebte die damals aktive 78-jährige Rentnerin Michèle ein gesundes und friedliches Leben in ihrer Wohnung, umgeben von ihren Büchern. Alles begann mit einer scheinbar gewöhnlichen Erkältung mit Schnupfen und leichtem Husten. «Ich dachte, mit etwas Ruhe würde es wieder weggehen», erinnert sie sich. Doch nach drei Tagen verschlimmerte sich ihr Zustand. Ihr Fieber stieg stark an, und sie bekam selbst bei leichten Tätigkeiten wie dem Aufstehen vom Sofa starke Atembeschwerden.

Da wurde ihr klar, dass es sich nicht nur um eine Erkältung handelte. Besorgt suchte sie ihren Arzt auf, der die Diagnose bestätigte: RSV. Körperlich war es eine Tortur. Extreme Erschöpfung fesselte sie ans Bett, begleitet von anhaltendem Husten und lähmender Atemnot, die sie wachhielt. Es überwältigte sie die Angst. «Ich fühlte eine Verletzlichkeit, die ich lange nicht mehr gespürt hatte», vertraut sie an. Zum Glück war ihre Familie für sie da: Ihre Kinder brachten ihr Essen und spendeten Trost.

Das Virus beeinträchtigte ihren Alltag tiefgreifend. Michèle, die ihre Unabhängigkeit gewohnt war, konnte nicht mehr allein einkaufen oder spazieren gehen. «Ich verlor meine Selbstständigkeit selbst bei den einfachsten Dingen», erklärt sie. Die Genesung war ein langer Prozess: Zwei Monate brauchte sie, um wieder ein Stück Normalität zurückzugewinnen, doch eine anhaltende Atemwegsschwäche macht sie vorsichtiger bei saisonalen Veränderungen. Die medizinische Behandlung verlief schnell. Ihr Arzt verschrieb ihr antivirale Medikamente, strenge Bettruhe und regelmässige Kontrolltermine. Michèle fühlte sich von den medizinischen Fachkräften und ihrer Familie gut betreut, bedauert aber den anfänglichen Mangel an Informationen über das RS-Virus. «Hätte ich früher gewusst, was mich erwartet, wäre ich weniger ängstlich gewesen». 

Heute möchte Michèle anderen Senior:innen und ihren Angehörigen eine wichtige Botschaft mitgeben: «Unterschätzen Sie das RS-Virus nicht. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin und erwägen Sie eine Impfung. Eine einfache Vorsorgemassnahme kann entscheidend sein». Michèle hat mittlerweile ihren Alltag wieder aufgenommen – und zwar gestärkt und besser informiert. 

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