Kniearthrose: Die Geschichte von Duarte

Duarte, 72 Jahre alt

Arthrose ist eine häufige Gelenkerkrankung, von der Millionen Menschen weltweit betroffen sind, insbesondere ältere Menschen. Sie wird durch die Abnutzung des Knorpels verursacht, der die Knochen schützt, und kann Schmerzen, Steifheit und Beweglichkeitseinbussen verursachen. Um besser zu verstehen, wie sich diese Erkrankung auf den Alltag der Betroffenen auswirkt, haben wir Duarte getroffen, einen 72-jährigen Mann, der an Kniearthrose leidet. Der ehemalige Chef eines Transportunternehmens erzählt uns von seinem Werdegang, vom Auftreten der ersten Symptome über seinen Alltag mit Arthrose bis hin zu den Strategien, die er entwickelt hat, um mit dieser Erkrankung zu leben. | Adeline Beijns

Was waren die ersten Anzeichen und Symptome?

Die ersten Anzeichen traten vor etwa zehn Jahren auf, als ich noch berufstätig war. Ich begann diffuse Schmerzen im Knie zu spüren, vor allem nach einem langen Arbeitstag. Anfangs waren sie erträglich, und ich schrieb sie der Müdigkeit, der Klimaanlage oder einem anstrengenden Tag zu. Ich erinnere mich an Abende, an denen ich mich nach meiner Rückkehr nach Hause hinsetzen und mein Knie massieren musste, um die Schmerzen zu lindern. Nach und nach wurden die Schmerzen stärker und häufiger, bis sie mich schliesslich schon morgens beim Aufwachen begleiteten. Zusätzlich zu den Schmerzen bemerkte ich auch, dass mein Knie oft steif war, vor allem morgens oder nach langem Sitzen, was bei mir als Lkw-Fahrer der Fall war. 

Auch das Knacken in meinem Knie wurde häufiger und hörbarer. Mit der Zeit beeinträchtigten diese Symptome meine täglichen Aktivitäten, wie z. B. lange Strecken zu Fuss zurückzulegen oder Treppen zu steigen. Trotz allem dachte ich, dass dies einfach altersbedingt sei und mit etwas Ruhe wieder verschwinden würde.

Wie verlief die Diagnose?

Die Diagnose war ein ziemlich langwieriger und manchmal frustrierender Prozess. Anfangs dachte ich, wie viele andere auch, dass die Schmerzen und die Steifheit einfach altersbedingt oder auf die angesammelte Müdigkeit zurückzuführen seien. Ich nahm rezeptfreie Schmerzmittel und versuchte, mich mehr auszuruhen. Es war meine Frau Marie, die mich dazu drängte, einen Arzt aufzusuchen. Bei meinem ersten Besuch beim Hausarzt wurden mir entzündungshemmende Medikamente verschrieben und empfohlen, bei meinen körperlichen Aktivitäten vorsichtig zu sein. Die Schmerzen hielten jedoch an und wurden mit der Zeit immer schlimmer. Da sich die Situation nicht verbesserte, überwies mich mein Hausarzt an einen Rheumatologen. Ich unterzog mich einer Reihe von Untersuchungen, darunter Röntgenaufnahmen und eine MRT, um den Zustand meines Knies zu beurteilen. 

Die Ergebnisse zeigten eine starke Abnutzung des Knorpels und eine Entzündung des Gelenks. Die Diagnose lautete Arthrose. Es war eine Erleichterung, einen Namen für meine Beschwerden zu haben, aber es war auch schwer zu akzeptieren, dass diese Erkrankung nun Teil meines Lebens sein würde. Der Spezialist erklärte mir ausführlich, was Arthrose ist, wie sie fortschreitet und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Das half mir zu verstehen, womit ich es zu tun hatte, und die nächsten Schritte zur Bewältigung dieser Erkrankung zu planen.

Was wussten Sie über die Krankheit, bevor Sie die Diagnose erhielten?

Vor meiner Diagnose wusste ich nicht viel über Arthrose. Ich hatte natürlich schon von dieser Krankheit gehört, aber ich betrachtete sie als eine einfache Folge des Alterns, als etwas Unvermeidliches, aber nicht unbedingt Behinderndes. Ich dachte, es handele sich nur um hier und da auftretende Gelenkschmerzen, ohne mir wirklich bewusst zu sein, wie sehr dies die Lebensqualität beeinträchtigen kann. Als ehemaliger Chef eines Transportunternehmens konzentrierte ich mich mehr auf meine Arbeit und das Geschäft als auf meine Gesundheit. Erst als ich mit der Realität der Arthrose konfrontiert wurde, habe ich die Komplexität dieser Krankheit, ihren fortschreitenden Charakter und die Herausforderungen, die sie im Alltag mit sich bringt, verstanden.

Wie wirkt sich Arthrose auf Ihren Alltag aus?

Arthrose hat erhebliche Auswirkungen auf mein tägliches Leben. Die Schmerzen sind fast ständig vorhanden, was meine Aktivitäten einschränkt. Ich spiele sonntags sehr gerne mit meinen Freunden Karten, aber langes Sitzen und das Überkreuzen der Beine sind sehr schwierig geworden. Selbst einfache Aufgaben wie Treppensteigen oder lange Strecken zu Fuss sind zu einer Herausforderung geworden. Ich musste einige meiner Aktivitäten einschränken und meinen Lebensstil entsprechend anpassen.

Wie haben Sie gelernt, mit Arthrose zu leben?

Das Leben mit Arthrose zu lernen, war ein Prozess. Ich habe Physiotherapie gemacht, was mir sehr geholfen hat, eine gewisse Beweglichkeit zu bewahren. Ich versuche, jeden Tag moderate Übungen zu machen. Die Unterstützung meiner Frau Marie ist unverzichtbar; sie ermutigt mich und hilft mir sehr. Ausserdem versuche ich, positiv zu bleiben und mich nicht von den Schmerzen unterkriegen zu lassen.

Gibt es noch etwas, das Sie über Ihre Erfahrungen mit Arthrose mitteilen möchten?

Ich denke, es ist wichtig, die ersten Anzeichen nicht zu unterschätzen und schnell einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Je früher man Arthrose behandelt, desto besser. Ausserdem sollte man die Bedeutung der Unterstützung durch Familie und Freund:innen nicht unterschätzen. Es macht einen grossen Unterschied, wenn man von verständnisvollen und wohlwollenden Menschen umgeben ist. Schliesslich muss man lernen, auf seinen Körper zu hören und seinen Lebensrhythmus anzupassen. Arthrose ist wirklich eine Herausforderung, aber mit einer guten Behandlung und täglichen Anpassungen kann man weiterhin ein erfülltes Leben führen. 

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