
Ein kleines Stück von sich selbst spenden, um Hoffnung zu schenken: Vor einem Jahr hat die 24-jährige Eve 20 Zentimeter ihrer Haare abgeschnitten und sie einer Organisation gespendet. Eine einfache, aber zutiefst solidarische Geste, durch die Perücken für Menschen in Not hergestellt werden. | Adeline Beijns
Eine Idee, die alles verändert
Eve ist seit einigen Jahren Krankenschwester und hat täglich mit Patient:innen zu tun, die schwere Zeiten durchmachen. Einige von ihnen kämpfen mit schweren Krankheiten und müssen sich neben den anstrengenden Behandlungen auch mit körperlichen Veränderungen wie Haarausfall auseinandersetzen. «Ich habe gesehen, wie sehr das ihre Stimmung und ihr Selbstvertrauen beeinträchtigen kann. Für viele ist es nicht nur eine Frage des Aussehens, sondern sie verlieren einen Teil ihrer Identität.» Eines Abends stiess Eve beim Stöbern in den sozialen Netzwerken auf ein Video über Haarspenden. Das war eine Offenbarung für sie. «Ich wusste gar nicht, dass man so etwas machen kann. Ich fand die Idee sofort grossartig: eine einfache Geste, die aber einen echten Unterschied im Leben eines Menschen machen kann.»
Sie begann, sich zu informieren und entdeckte, dass es spezielle Vereine gibt, die diese Spenden zu Perücken für bedürftige Menschen, die oft an Krebs oder Alopezie leiden, verarbeiten. «Mir wurde klar, dass meine Haare, die ich regelmässig schneiden liess, einfach im Müll landeten. Warum sollte ich ihnen nicht ein zweites Leben schenken und gleichzeitig ein wenig Hoffnung bringen?» Dieser Gedanke war der Ausgangspunkt für ein Projekt, das sie schnell umsetzen wollte. «Diese Idee hatte etwas Selbstverständliches. Ich wusste, dass ich es tun musste.»
Die Schritte einer erfolgreichen Spende
Noch bevor sie den Friseursalon betrat, informierte sich Eve gründlich. «Ich wollte sichergehen, dass meine Haare wirklich verwendet werden können und keine Fehler machen», erklärt sie. Der erste Schritt bestand darin, die Spendenkriterien des Vereins zu überprüfen. Die Mindestlänge betrug 10 Zentimeter, und die Haare mussten sauber, trocken und zusammengebunden sein, damit sie sich nach dem Schneiden nicht verhedderten. Eve sprach dann mit ihrem Friseur darüber, der aber noch nie einen solchen Schritt begleitet hatte. «Er fand die Idee sofort super und sorgte dafür, dass der Schnitt gut vorbereitet war. Er band meine Haare mit einem Gummiband zu einem Pferdeschwanz zusammen und schnitt sie sorgfältig darüber ab.» Diese Vorgehensweise war wichtig: Die Haare müssen zusammenbleiben, damit sie leichter zu Perücken verarbeitet werden können. Die abgeschnittene Strähne wurde in einen Umschlag gesteckt und direkt an den Verein geschickt.
Sie betont auch einen wichtigen Punkt: Die Initiative verlangt keine perfekten Haare. «Ich habe erfahren, dass gefärbte oder leicht geschädigte Haare oft akzeptiert werden, solange sie die Mindestlänge haben.»
«Der gesamte Prozess ist einfach, aber bedeutungsvoll», sagt sie. Mit ein wenig Vorbereitung hat sie einen gewöhnlichen Haarschnitt in einen solidarischen Beitrag verwandelt, der Leben verändert. Eve beschreibt das einzigartige Gefühl, das sie empfand, als sie ihre abgeschnittene Haarsträhne sah: «Es war bewegend zu wissen, dass etwas so Einfaches für jemand anderen so viel bedeuten kann.» Seine Haare zu spenden bedeutet viel mehr als nur einen Rohstoff zu geben: Es bedeutet, einem Menschen in Not zu mehr Selbstvertrauen und Würde zu verhelfen.
Eine Botschaft der Ermutigung
Für Eve war diese Erfahrung viel mehr als nur eine neue Frisur. «Diese Geste hat mir bewusst gemacht, dass kleine Taten eine grosse Wirkung haben können. Ich ermutige alle, sich zu informieren und den Schritt zu wagen.» Am Ende, so schliesst sie mit einem Lächeln, «wachsen Haare nach, aber das Lächeln, das man schenkt, bleibt.» Da Hilfsorganisationen immer auf der Suche nach Spenden sind, hofft Eve, dass ihr Erfahrungsbericht andere Menschen dazu ermutigt, diesen Schritt zu wagen. Denn Haare wachsen nach, aber die Unterstützung, die bleibt.
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